
Deutsch von Michael Kunze
»Endlich einmal eine glaubwürdige Ikone! Das Theater Lübeck zeigt Andrew Lloyd Webbers Musical in einer sehr frischen Inszenierung. Das Zusammenspiel von Steffen Kubach und Michaela Kovarikova ist stimmig, sie harmonieren in den Liebesszenen und zeigen ebenso viel Kraft in ihren Auseinandersetzungen. Ludwig Pflanz treibt sein großes Orchester zu Höchstleistungen an und rundet so das Gesamterlebnis ›Evita‹ ab.«
(Blickpunkt Musical)
»Das Stück ist nicht nur durchkomponiert, in Lübeck wird es auch durchgetanzt, das Volk agiert wie ein Bewegungschor. Die Begeisterung bei der Premiere ließ ahnen: ›Evita‹ wird in Lübeck ein Renner!«
(Lübecker Nachrichten)
»Ein Musical neuerer Bauart ist nicht mehr Operettenjux, sondern hat seine Portion sozialkritischen Zeitgeist. Dem sucht Jörg Fallheier bei seiner Inszenierung von Andrew Lloyd Webbers Evita zu entsprechen und fährt dabei in der Spur großen Musiktheaters. Hierzu entwarf ihm Heiko Mönnich monumentale Versatzstücke für schnellen Szenenwechsel und aufwendige Kostüme der fernen 1950er Tage - alles eindrucksvoll und gediegen wie die Regie. Der Zuschauer verfolgt Aufstieg und Ende der Eva Peron anhand sinnfälliger Einstellungen und guter Details. […]
Thomas Christ, der schon als Valjean in Les Miserables (Wiederaufnahme am 22. November) überzeugte, gibt den kommentierenden Che in einer hundertprozentigen Musical-Leistung szenisch und stimmlich ungekünstelt. Michaela Kovarikova verleiht der Titelrolle in wechselnden Roben den rechten Ehrgeiz […].
Und es zahlt sich aus, dass einmal vielköpfige Tanz-Statisterie fürs Musical engagiert und von Martina Wüst auch erfolgreich trainiert wurde: Die frischen Ideen der Choreografin - zumal die Militär-Groteske - und ein Tango-Paar trugen wesentlich zum großen Premieren-Beifall bei. In diesen wurden neben Jörg Fallheier auch Chordirektor Joseph Feigl, Klaus Emil Zimmermann (für sein atmosphärisches Licht-Design) und der Dirigent einbezogen: Ludwig Pflanz ließ mehr den aufputschenden Drive und weniger vom Feeling des Don't cry for me, Argentina im Orchester aufklingen. […]«
(Kieler Nachrichten)
»Die Stimmen gehen ins Ohr, die Protagonistin legt einen komplexen Auftritt hin, die Inszenierung setzt auf Perfektion. Dem Theater Lübeck gelang eine schillernde Premiere des Webber-Musicals ›Evita‹. […]
Heilige und Hure, Manipulatorin und Wohltäterin - diese Frau bleibt ein Rätsel. Eva Duarte, spätere Perón und der Nachwelt als Ikone konserviert, ist allemal ein Fall für große Auftritte. Im Musical ›Evita‹ von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice zum Beispiel. Das feierte jetzt im Theater Lübeck schillernde Premiere. Keine Experimente, Jörg Fallheiers Inszenierung setzt auf Bewährtes: Evitas große Robe, ein strammer Perón, marschierende Militärs, mitreißende Massenszenen und schöne Stimmen natürlich. Nicht nur Eva Perón , auch das 1978 erstmals aufgeführte Musical ist längst von ikonografischer Bedeutung; Elaine Paige sang diese Rolle schon, Frauen wie Madonna und Faye Dunaway haben sich in Verfilmungen an Eva Perón versucht - diese voluminöse Vorgeschichte schlägt sich in Lübeck in einer künstlerisch ausgefeilten Pop-Oper nieder. Rock und Tango at it's best. Die Musik ringelt sich ohne Reibungsverluste ins Ohr, die Choreografie umschmeichelt eine Heilige. Es ist eine komplexe, überzeugende Evita, die mit Michaela Kovarikova auf die Bühne kommt. Sie ist zerbrechlich und granithart zugleich, berechnend und mitfühlend, willenstark und quälend naiv. Steffen Kubach als militärisch steifer Perón steht ihr da gut zur Seite, und Thomas Christ als zynisch kommentierender - und für seine Darstellung vom Publikum am lautesten gefeierter - Ché Guevara bringt die Würze der Gegenrede in die Bilder. Das Lübecker Theater zeigt eine durch und durch sehenswerte Inszenierung, die vom Premierenpublikum entsprechend beklatscht und am Ende mit Rosen beworfen wurde. […]«
(Segeberger Zeitung)
» ›Don’t cry for me, Argentina – Weine nicht um mich, Argentinien‹ - mit diesem Schmachtfetzen ist dem englischen Musical-Komponisten gleich in seinen Anfängen vor rund 30 Jahren ein Welterfolg gelungen. Jetzt ist das Musical in Lübeck angekommen. Jörg Fallheier inszeniert es als Rockoper und Revolutionsspektakel. Der Abend im Lübecker Theater wird zu einem Riesenerfolg für ihn und sein Regieteam […].
Fallheier hat das Stück schon mehrfach auf die Bühne gebracht. Er hat das Glück, in den beiden Hauptdarstellern Michaela Kovarikova als Evita und Thomas Christ als Che zwei Gäste zur Verfügung zu haben, die alle Voraussetzungen mitbringen, damit diese Rollen glänzend über die Rampe kommen. Die eine seit Jugendtagen im deutschen Sprachraum zu Hause, der andere ein Spezialist des Fachs Musical. Beide können singen, spielen und tanzen. Und bringen auch die äußeren Voraussetzungen für diese Rollen mit. Michaela Kovarikova ist eine strahlende Evita, und die Maske tut ein Übriges, um ihren Aufstieg vom einfachen Betthasel zur strahlenden Rundfunksprecherin und Präsidentengattin darzustellen. Der Che des Thomas Christ ein herrlich fieser ›Advocatus Diaboli‹ - Anwalt des Bösen. […]
Das große Erlebnis dieses Abends ist die - von den farbenprächtigen Kostümen und dem fantasievollen Bühnenbild von Heiko Mönnich wirkungsvoll unterstützte - Führung des umfangreichen Personals dieser Aufführung. Offiziere, Adelige, Arbeiter, Offiziere, Geheimdienstler – der ganze Chor und eine umfangreiche Statisterie mimen die Gesellschaft Argentiniens der Zeit des Juan Perón. Eine wilde Zeit voller sozialer Gegensätze, die Eva Duarte de Perón mit von den Reichen erpresstem Geld zu mildern gesucht hat. Und dann der Wohltätigkeitsball zugunsten von Erdbebenopfern mit der Tango tanzenden Gesellschaft. Er wurde von der Choreografin Martina Wüst, bekannt durch die vorjährige Eutiner ›Aida‹-Aufführung, mit einer umfangreichen ›Tanzstatisterie‹ – Lübeck hat ja leider kein Ballett mehr - auf die Bühne gebracht. Hier zeigt Jörg Fallheier einmal sein großes Können.
Der Erste Kapellmeister Ludwig Pflanz kann aus dem Philharmonischen Orchester zwar keine Rock-Combo machen, aber seine Interpretation der Melodien des britischen Erfolgskomponisten ist gut gelungen. […] Das voll besetzte Haus feiert diesen Abend ausgiebig. Vom Rang fliegen Blumen – in Lübeck ausgesprochen selten. Und der reizende Kinderchor ›Vocalino‹ bekommt Sonderbeifall.«
(unser-luebeck.de)



















